Strahltechnik

Implantat Herstellung: Warum reproduzierbare Oberflächen über den Behandlungserfolg in der Implantologie entscheiden

Bei der Implantat Herstellung – ob Zahnimplantat, Hüftprothese oder Knochennagel – ist die Oberfläche kein ästhetisches Detail, sondern ein funktionskritisches Merkmal. Ob ein Implantat dauerhaft im Körper verankert bleibt, hängt maßgeblich von der Oberflächenstruktur ab, die während der Produktion erzeugt wird. SIGG Strahltechnik entwickelt und fertigt seit über 60 Jahren Strahlanlagen für die Medizintechnik – mit Satellitenanlagen, die definierte, reproduzierbare Rauheitswerte Charge für Charge liefern.

5 Minuten Lesezeit

Warum Oberflächen bei Zahnimplantaten und Prothesen entscheidend sind

Implantate wachsen mit aufgerauten Oberflächen nachweislich besser ins Knochen- und Weichgewebe ein. Dieser Prozess – die Osseointegration – ist das Herzstück jeder erfolgreichen Implantation und wird durch drei Faktoren bestimmt: die Rauheitstiefe (Ra-Wert), die Gleichmäßigkeit der Oberfläche über alle Chargen, und die Materialverträglichkeit des eingesetzten Strahlmittels.

Für Hersteller in der Implantologie bedeutet das: die Oberflächenbearbeitung ist kein nachgelagerter Schritt, sondern Teil des validierten Herstellungsprozesses – dokumentierbar, reproduzierbar und rückverfolgbar.

Zahnimplantat: Besondere Anforderungen im Herstellungsprozess

Bei der Herstellung von Zahnimplantaten aus Titan ist die definierte Oberflächenstruktur im apikalen Bereich entscheidend für die Einheilzeit. Auch das Abutment – das Verbindungselement zwischen Implantat und Zahnersatz – muss präzise bearbeitet sein, damit es dauerhaft dicht und hygienisch bleibt. Die Vorplanung des Herstellungsprozesses legt fest, welche Ra-Werte für welche Zonen erforderlich sind.

Satellitenanlagen: Präziser Herstellungsprozess für Implantate

SIGG Satellitenanlagen sind speziell für geometrisch komplexe Bauteile wie Zahnimplantate, Hüftschäfte oder Knieprothesen entwickelt. Werkstücke rotieren dabei um die eigene Achse und gleichzeitig um eine Mittelachse. Das Ergebnis: eine vollständig homogene Strahlwirkung auf allen Flächen, auch in Hinterschnitten und Konturen, die mit herkömmlichen Anlagen nicht erreichbar sind.

Technische Vorteile für den Herstellungsprozess

  • Reproduzierbare Ra-Werte über alle Chargen 
  • Vollständige Flächenabdeckung auch in Hinterschnitten und Gewindeflanken – kein manuelles Nacharbeiten
  • Geschlossener Strahlmittelkreislauf – keine Kontamination der Werkstückoberfläche
  • Skalierbar: von Losgröße 1 bis zur vollautomatischen Serienfertigung
Satellitenstrahlanlage SIGG für die Implantat Herstellung
Satellitenstrahlanlage SIGG für die Implantat Herstellung

Strahlmittel für die Implantat Herstellung: Titan, Keramik und mehr

Die Wahl des Strahlmittels ist bei Medizinprodukten besonders kritisch, da Rückstände auf der Oberfläche Biokompatibilitätsprobleme verursachen können. SIGG liefert die passenden Strahlmittel in der für Implantologie und Medizintechnik erforderlichen Qualität.

Keramikperlen – für Titan-Zahnimplantate und Keramikimplantate

Keramikperlen werden gezielt für Titan- und Keramikimplantate eingesetzt. Das Verfahren ist besonders schonend, erzielt eine verbesserte Oberflächenverdichtung und hinterlässt keinerlei metallische Rückstände – eine Grundvoraussetzung für die Biokompatibilität bei der Implantation.

Edelkorund weiß – für das Aufrauen vor Beschichtung

Edelkorund weiß ist eisenfrei und eignet sich ideal zum Aufrauen von Implantatoberflächen vor einer Hydroxylapatit-Beschichtung. Die definierte Körnung erzeugt reproduzierbare Ra-Werte bei minimalem Materialabtrag.

Glasperlen – für Zahnersatz und Gleitflächen

Für Zonen, die ein gleichmäßiges, mattes Finish erfordern – etwa Gelenkköpfe oder Zahnersatz-Kontaktflächen – kommen Glasperlen zum Einsatz. Das Verfahren ist reproduzierbar und liefert ein gleichmäßiges Finish.

NEU: Für Zonen, die eine gleichmäßige, satin-matte Oberflächenstruktur erhalten sollen – etwa Gelenkköpfe oder Zahnersatz-Kontaktflächen – kommen Glasperlen zum Einsatz. Das Verfahren liefert ein reproduzierbares, homogenes Oberflächenbild.

Strahlmittel Implantat Herstellung

Anwendungsbereiche: Von Zahnimplantaten bis zur Gelenkprothese

Zahnimplantate und Abutments

Bei der Herstellung von Zahnimplantaten aus Titan oder Keramik ist die Oberflächenstruktur im Knochenanker-Bereich entscheidend für die Einheilzeit. Das Abutment muss präzise mattiert sein für optimale Weichgewebsanlagerung. SIGG Satellitenanlagen bearbeiten beide Zonen in definierten, getrennten Prozessschritten.

Hüft- und Knieprothesen

Gelenkprothesen stellen die höchste Anforderung: Knochenanker müssen rau sein, Gleitflächen hochglanzpoliert. SIGG Satellitenanlagen realisieren zonierten Strahlauftrag mit wechselbaren Maskierungen oder in getrennten Schritten.

Knochennägel und Schrauben

Intraossäre Implantate benötigen eine feine, gleichmäßige Aufrauhung der gesamten Oberfläche inklusive der Gewindeflanken. Strahlanlagen strahlen auch schwer zugängliche Bereiche vollständig.

Chirurgische Instrumente

OP-Besteck – Skalpelle, Zangen, Scheren, Sägen – benötigt matte Oberflächen, um Spiegelungen unter OP-Lampen zu verhindern und eine sichere Griffigkeit zu gewährleisten. SIGG Injektoranlagen mattieren und aufrauen in einem Prozessschritt.

Welche Strahlanlagen werden bei der Herstellung von Zahnimplantaten eingesetzt?

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Für Zahnimplantate aus Titan oder Keramik empfehlen sich Injektorstrahlanlagen, die präzise und reproduzierbare Oberflächen im apikalen Bereich erzeugen. Für chirurgische Instrumente in Serie kommen Injektoranlagen zum Einsatz.

Welches Strahlmittel ist für Titan-Zahnimplantate geeignet?

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Für Titan empfehlen sich Keramikperlen oder Edelkorund weiß. Beide sind eisenfrei und hinterlassen keine metallischen Rückstände – eine Voraussetzung für die Biokompatibilität bei der Implantation.

Was ist bei der Vorplanung des Herstellungsprozesses zu beachten?

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Die Vorplanung legt fest, welche Ra-Werte für welche Zonen des Implantats erforderlich sind. SIGG berät bei der Auswahl der richtigen Anlage und des passenden Strahlmittels – abgestimmt auf die Spezifikationen des jeweiligen Implantats.

Jürgen Bächle
Jürgen Bächle
Kaufmännischer Geschäftsführer, SIGG Strahltechnik GmbH

Jürgen Bächle ist Kaufmännischer Geschäftsführer der SIGG Strahltechnik GmbH und verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Praxiserfahrung in der industriellen Strahltechnik. Als Experte für Strahlanlagen, Oberflächenbearbeitung und maßgeschneiderte Lösungen für Branchen wie Automotive, Medizintechnik und Dentaltechnik begleitet er Kunden von der Beratung bis zur Umsetzung.

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Zubehör und Ersatzteile

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